'Cover des Monats' Januar 2018: 'Der Spiegel' gewinnt mit 'Trump-Degeneration'

"Im Zeitalter von Feuer und Zorn" – lautet die Titelzeile einer weiteren Trump- Illustration des kubanisch-amerikanischen Künstlers Edel Rodriguez für den 'Spiegel'. Die 'Trump-Degeneration' (Ausgabe 3/2018) ist das beste Cover im Januar 2018. Die Fachjury lobt vor allem die "gelungene sarkastische Umsetzung" des Themas. Außerdem finden die Juroren, die Serie sei nach wie vor ein Hingucker!

1. Platz: Der Spiegel 3/2018

Oliver Blecken, Geschäftsführer Jom Düsseldorf: "Genauso kommt es einem vor, wenn man sich die letzten Dekaden der Welt vor Augen führt – die Menschlichkeit auf dem Weg zurück ins Neandertaler."

Ralf Nolting, Creative Director bei Grabarz & Partner: "Nach wie vor ein Hingucker diese Serie. Spitze!"

Markus Peichl, Vorstandsvorsitzender LeadAcademy für Medien: "Klar, grafisch, witzig. Herrn Trump mal wieder einen neuen Dreh abgewonnen."

Uwe Marquardt, Executive Creative Director bei Y&R Germany: "Der amerikanische Präsident entpuppt sich als Segen für die Zunft der Illustratoren."

Jens Hungermann, Chefredakteur beim Magazin Pressesprecher: "Degeneration statt Evolution – gelungene sarkastische Umsetzung einer Sorgen bereitenden Umkehrung."

Beate Rybarz, Group Head Print bei Zenith Media: "Durch die Umkehrung der bekannten Evolutionsgrafik auf dem Cover wird sofort deutlich, worum es geht und nach einem ersten Schmunzeln vergeht das Lachen und man möchte lesen, was genau gemeint ist."

Günter Lewald, geschäftsführender Gesellschafter von B+D Communications: "Wie könnte man besser aufzeigen, welche Entwicklung die kleingeistige Politik des größten und selbstverliebtesten Angebers der Welt für eben diese bedeutet? Das will man lesen, denn es lenkt ja ganz wunderbar davon ab, dass wir auch ohne Trump substanzielle Probleme genug haben."

Andrea Biebl, Geschäftsführerin von MW Office: "Besser kann man 'Trump-Evolution' nicht visualisieren."

 

2. Platz 'brand eins' 01/2018

Claudia Bußjäger, freie Art Buyerin: "Ein schönes Cover – auch das interaktive im Netz. Der Reset des eigenen Ich's, der Idee, des Unternehmens, des Projektes... Wir sollten viel öfter über einen Neuanfang nachdenken, nicht nur am 1.1. jedes Jahres."

Miran Bilic, Senior Product Manager bei HarperCollins Germany: "Sehr spannendes Thema, unkonventionell und mutig inszeniert. Ich freue mich auf die Ausgabe."

Jörg Waschescio, Creative Director bei Scholz & Friends Berlin: "Idee beziehungsweise den Bezug zum Thema 'Reset' verstehe ich nicht ganz. Trotzdem lustig."

Ralf Nolting, Creative Director bei Grabarz & Partner: "Schön spielerisch, aber – ganz im Sinne des Magazins – klar und plakativ."

Jörn Illing, Director Strategy bei Initiative Media: "Gut gebrüllt, Schneemann. Dafür braucht es Mut."

Uwe Marquardt, Executive Creative Director bei Y&R Germany : "Eigentlich viel zu lieb. Trotzdem zum dahinschmelzen schön."

Jens Hungermann, Chefredakteur beim Magazin Pressesprecher: "Amüsante Optik – wiewohl sich das Thema 'Reset' aus meiner Sicht nicht gleich erschließt."

Andreas Pauli, Chief Creative Officer von Leo Burnett Deutschland: "Ein Bildwitz als Titelbild. Warum nicht. Ich habe geschmunzelt. Plakativ ist er allemal."

Andrea Biebl, Geschäftsführerin von MW Office: "Passender 'brand eins'-Titel."

Sabine Cole, Chefredakteurin bei loved: "Die Mitte ist weg, der Bauch. Man versteht schnell, warum man cool bleiben soll."

Jörn Welle, Executive Creative Director bei Cheil Germany: "In einem Monat, in dem für mich echte Highlights fehlen, bleibt 'brand eins' die verlässliche Größe in Kreativität, Ästhetik und der Kunst, Aufmerksamkeit zu erzeugen."

 

3. Platz 'Der Spiegel' 1/2018

Claudia Bußjäger, freie Art Buyerin: "Ja, ja, das jährliche Spiel mit den guten Vorsätzen... schön illustriert."

Oliver Blecken, Geschäftsführer Jom Düsseldorf: "Kein Bild könnte schöner beschreiben, wo wir nach dem Krieg wieder angefangen haben: Mit selbst angelegten Gemüsebeeten vor dem zerbombten Reichstag."

Ralf Nolting, Creative Director bei Grabarz & Partner: "Niedlich."

Uwe Marquardt, Executive Creative Director bei Y&R Germany : "Illustration ist einfach das bessere Foto. Deshalb auch meine Bestnote."

Sabine Cole, Chefredakteurin bei loved: "Die plakative Kombination aus vermeintlicher Vernunft und ebensolcher Unvernunft zum Jahresanfang. Das hat Humor. Und keinen erhobenen Zeigefinger."

Jörn Illing, Director Strategy bei Initiative Media: "Schön zynisch. Der Gesundheitswahn am Anfang des Jahres treibt seltsame Blüten."

 

4. Platz 'Foodizm' 1/2018

Miran Bilic, Senior Product Manager bei HarperCollins Germany: "Ein sehr schönes Logo und ein großartiges Titelmotiv."

Jörg Waschescio, Creative Director bei Scholz & Friends Berlin: "Eine Bildidee, die ich nicht verstehe. Deshalb würde ich am Kiosk vermutlich zugreifen."

Uwe Marquardt, Executive Creative Director bei Y&R Germany : "Foodporn ohne food, lädt eher zum Nachdenken als zum Essen ein."

Mete Atam, Leiter des Berliner Standorts von Crossmedia: "Der radikal reduzierte Aufbau bricht mit den gängigen Regeln, der Erwartungsbruch wird im Bildmotiv weitergeführt. Zeigt Haltung, weckt Neugier, macht Lust auf mehr."

Andreas Pauli, Chief Creative Officer von Leo Burnett Deutschland: "Ein Nischentitel. Schön gestaltet. Interessante Bildidee. Spricht mich an. Food mal anders."

Andrea Biebl, Geschäftsführerin von MW Office: "Wunderschöner Food-Titel."

 

5. 'Der Spiegel' 5/2018

Miran Bilic, Senior Product Manager bei HarperCollins Germany: "Ein sehr gutes Foto und ein noch viel besseres Thema. Lieber Spiegel mehr davon!"

Jörn Illing, Director Strategy bei Initiative Media: "Das Ende des Lebens ist am Ende. Gelungenes Cover. Menschlich nah."

Andreas Pauli, Chief Creative Officer von Leo Burnett Deutschland: "Ein emotionaler Titel. Ein eindringlicher Blick. Eine effiziente Headline. Gut gemacht."

Sabine Cole, Chefredakteurin bei loved: "Ein schönes Portrait zweier Menschen, das ein großes und gar nicht so schönes Thema aufmacht. Die Vorsicht der Fotografie lässt auf einen Umgang ohne Krawall hoffen."

Jörn Welle, Executive Creative Director bei Cheil Germany: "Ein für 'Spiegel'-Verhältnisse ungewohnt kontemplatives Cover, dessen Titelfoto mit der Umkehrung der typischen Madonnenpose eine Tröstlichkeit ausstrahlt, der die Schlagzeile dann wiederum vehement entgegentritt."

Match Herceg, Executive Creative Director von fischerAppelt: "Berührt."

 

6. Platz 'Vogue' 02/2018

Markus Peichl, Vorstandsvorsitzender LeadAcademy für Medien: "Zeitgemäße Optik, sowohl Bild als auch Typo. Ungewöhnlich für die 'Vogue', und ungewöhnlich gut."

Andreas Pauli, Chief Creative Officer von Leo Burnett Deutschland: "Hier zählt die Reihe. Minimalistische Gestaltung. Echter Hingucker. Zutaten eines typischen Modetitels – kommt aber trotzdem ungewöhnlich rüber.

Jörn Welle, Executive Creative Director bei Cheil Germany: "Im Vorfeld der New York Fashion Week ist die No-Makeup-Coverreihe der 'Vogue' ein echtes Statement, auch wenn daraus sicherlich kein Paradigmenwechsel wird.

 

7. Platz 'Impulse' 02/2018

Benjamin Minack, Gründer und Geschäftsführer von ressourcenmangel: "Klar und deutlich. Am Kiosk sicherlich ein Verkaufsschlager."

Jens Hungermann, Chefredakteur beim Magazin Pressesprecher: "Wenn ein Cover schreien könnte, täte es dieses."

Günter Lewald, geschäftsführender Gesellschafter von B+D Communications: "Die Me-too-Diskussion dominiert die Massenmedien. Das kann man sich zunutze machen und mit einem assoziativen Typo-Titel die Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema ziehen: Wie gewinnt man neue Kunden? Die Antwort steckt im Titel sebst: Indem man Begehrlichkeit produziert, die auf dem aufbaut, was eben diese Kunden sich so sehr wünschen... Anders als die Opfer von Machtmissbrauch und Sexismus."

 

8. Platz 'Cicero – Magazin für politische Kultur' Januar/2018

Miran Bilic, Senior Product Manager bei HarperCollins Germany: "Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Hoffentlich gibt es Antworten auf die Probleme der Medien. In jedem Fall ein ganz starkes Motiv."

Oliver Blecken, Geschäftsführer Jom Düsseldorf: "Ein schönes Sinnbild für die angebliche Vertrauenskrise in die Medien: Die kleine Papier-MS-Vertrauen im stürmischen Meer der Empörung. Mit Schlagseite, aber noch lange nicht untergegangen!"

Günter Lewald, geschäftsführender Gesellschafter von B+D Communications: "Gehen die Massenmedien unter, weil Ihnen die Glaubwürdigkeit abhanden gekommen ist? Gilt das primär für die Printmedien, oder generell für alle Medien? Oder ist die Entwicklung in diesem Bereich nur der Spiegel einer bürgerlichen Unzufriedenheit, die vor allem der Politik gilt? Der Titel zeigt Fragen auf, die neugierig machen auf die Anworten, die Cicero hierzu zusammengetragen hat. Das profiliert die Marke 'Cicero' in ihrem Kern – und verkauft!"

Andrea Biebl, Geschäftsführerin von MW Office: "Schöne Visualisierung des Themas."

 

9. Platz 'Harvard Business Manager' 2/2018

Jörg Waschescio, Creative Director bei Scholz & Friends Berlin: "Schöne Idee. Saubere Art Direction. Vor allem der Stil der 3D-Illustration gefällt, fühlt er sich doch so herrlich nach Business-Bullshit an."

Uwe Marquardt, Executive Creative Director bei Y&R Germany : "Kunst mit Kunst, intelligente Neuauflage des Hamsterrades."

Benjamin Minack, Gründer und Geschäftsführer von ressourcenmangel: "Einfach gut gelungen. Ambtionierter Gestaltungsansatz."

 

 

9. Platz 'Hygge' 01/2018

Claudia Bußjäger, freie Art Buyerin: "Die Sehnsucht nach Schnee, damit auch die dunklen Tage im Winter etwas heller erscheinen... eine Sehnsucht, die uns wahrscheinlich immer seltener erfüllt wird."

Miran Bilic, Senior Product Manager bei HarperCollins Germany: "Ich träume zwar schon wieder vom Sommer, aber das aktuelle 'Hygge'-Cover spricht mich dann doch an. Einfach anders, es fällt auf und schön ist es auch. Toll!"

Jens Hungermann, Chefredakteur beim Magazin Pressesprecher: "Simple, aber gelungene Idee, um 'glücklich sein' zu bebildern.

Beate Rybarz, Group Head Print bei Zenith Media: "Einfach glücklich sein – so der Claim des Titels. Ein Schneeball in den behandschuhten Händen, alles leicht mit Schneeflocken bedeckt – was braucht es mehr. Erinnerungen an früher mit Schneeballschlachten tauchen vor dem inneren Auge auf und es wird klar, was gemeint ist, und die Neugier, ob es im Titel noch mehr davon gibt, ist geweckt."

Sabine Cole, Chefredakteurin bei loved: "Menschen, denen Gemütlichkeit das Wichtigste im Leben ist, die werden wohl im Angesicht der flauschigen Handschuhe, die vorsichtig einen kostbaren Schneeball halten, das gewünschte Bedürfnis entwickeln, sich zuhause mit diesem Magazin einzukuscheln."

 

9. Platz 'stern' 06/2018

Jörn Welle, Executive Creative Director bei Cheil Germany: "Möglicherweise hätte bei diesem Thema auch eine reine Line funktioniert. Aber weil der Stern nicht ohne Bild auskommt, entstand eben dieses Cover, das ein immer wiederkehrendes Thema zwar visuell sehr naheliegend, dennoch gelungen gestaltet präsentiert."

Claudia Bußjäger, freie Art Buyerin: "Ein beeindruckendes Cover das ein doppeltes Ende beinhaltet. Leise und gleichzeitig doch ganz schön laut."

 

 

 

 

Bemerkungen

Jörg Waschescio, Creative Director bei Scholz & Friends Berlin: "Lieber 'Spiegel', bitte keine Cover von Edel Rodriguez mehr (zumindest nicht in diesem Stil). Es fühlt sich an wie der 17. Teil der Star Wars Saga – und am Ende ist man eh immer enttäuscht, weil das Original besser ist."

Mete Atam, Leiter des Berliner Standorts von Crossmedia: "In diesem Monat sehe ich nur einen Kandidaten, der einen Unterschied macht. Die anderen Cover sind recht erwartbar und guter Durchschnitt. Aber eben nichts Außergewöhnliches. Bewertung nur aufgrund der Vorgaben der Eingabemaske."

Sabine Cole, Chefredakteurin bei loved: "Hmmm. Jahresanfang. So richtig Lust auf das neue Jahr kriegt man nicht."

(bs) 14.02.2018